
Zeitgenössische Kunst in Pulheim
Die Kunstprojekte der Stadt Pulheim finden regelmäßig überregional, teils international Beachtung und prägen das Profil der Stadt. Die Initiative Zeitgenössische Kunst und Musik Pulheim (IzKuMP) unterstützt diese Projekte und setzt sich dafür ein, dass sie auch in Zukunft stattfinden können.
Unser Hauptaugenmerk gilt der Sicherung der Finanzierung. Darüber hinaus sehen wir es als unsere Aufgabe an, weitere Kulturangebote zu schaffen und Kunstinteressierten den Zugang dazu zu erleichtern.
Pressenews Kathrin Lutz Communication Kunst.Kultur.Architektur informiert:
Studio Pramudiya, Credit: Nathan Ishar
Synagoge Stommeln, Pulheim bei Köln
Projekt Synagoge Stommeln startet erweitertes Programm 2026
Vortrag und Performance eröffnen die neue Reihe in diesem Jahr
7. Mai 2026, 18:30-19:30 Uhr:
Prof. Dr. Ursula Frohne
»Lebendige Erinnerung. Kunst als Denkmalpraxis: Die Synagoge in Stommeln im Kontext«
Vortrag in der Synagoge Stommeln
24. Mai 2026, 12:30-13:15 Uhr:
Daniela Georgieva, Josefine Luka Simonsen, Mihyun Ko
»Traces«
Performance in der Synagoge und im Stadtraum Stommeln
Prof. Dr. Ursula Frohne(Universität Münster) © NRW AWK | Bettina Engel-Albustin
Mit dem Vortrag »Lebendige Erinnerung. Kunst als Denkmalpraxis: Die Synagoge in Stommeln im Kontext« setzt die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Ursula Frohne (Universität Münster) am 7. Mai 2026 das renommierte Kunstprojekt Synagoge Stommeln fort. Im 35. Jahr seines Bestehens wird es deutlich erweitert: Künftig begleiten Vorträge und künstlerische Aktionen im öffentlichen Raum die jährlichen Ausstellungen in der Synagoge und vertiefen so den Austausch mit der Stadtgesellschaft.
Diese Weiterentwicklung hatte der Rat der Stadt Pulheim im Februar 2026 mit großer Mehrheit beschlossen. Im aktuellen Doppelhaushalt wurden die Mittel dafür auf jährlich 50.000 Euro erhöht und damit mehr als verdreifacht.
Den Auftakt der erweiterten Reihe gestaltet Ursula Frohne, die zugleich in den neuen künstlerischen Beirat des Projekts unter Leitung des Konzeptkünstlers Mischa Kuball berufen wurde.
Ihr Vortrag betrachtet das Projekt Synagoge Stommeln im Kontext einer künstlerischen Praxis, die historische Orte nicht als statische Erinnerungsorte begreift, sondern als offene Räume, die immer wieder neu aktiviert werden müssen. Ausgehend von Überlegungen von Hannah Arendt und Theodor W. Adorno entfaltet Ursula Frohne die These, dass Erinnerungsorte keiner statischen Bewahrung, sondern einer fortdauernden Praxis des Gedenkens bedürfen. Erinnerung lasse sich nicht als abgeschlossene »Bewältigung« verstehen, sondern als ein Prozess wiederkehrender Auseinandersetzung, der Öffentlichkeit, gemeinsames Verhandeln und die Übernahme von Verantwortung voraussetzt.
Vor diesem Hintergrund ordnet der Vortrag auch die Erweiterung des Projekts Synagoge Stommeln ein, mit der die Stadt Pulheim ein deutliches Zeichen setzt und sich erneut zu ihrer historischen Verantwortung bekennt. Zugleich wird das kommende Ausstellungsprojekt für den Spätsommer 2026 bekanntgegeben.
Performance »Daniela Georgieva. gestures in space« im Bayerischer Hof
Foto: Sigrid Reinichs
Eine weitere Veranstaltung folgt am Pfingstsonntag, 24. Mai 2026: Unter der Leitung der Düsseldorfer Choreografin und Performance-Künstlerin Daniela Georgieva entsteht für das Projekt Synagoge Stommeln die Performance »Traces«, gemeinsam entwickelt mit Josefine Luka Simonsen und Mihyun Ko(beide Choreografie und Tanz).
»Traces« verortet den Körper als offenen Raum, in dem individuelle und kollektive Erinnerungen aufeinandertreffen; als Träger von Erinnerungen, Erfahrungen und Geschichten. In stillen Gesten und langsamen Bewegungen wird sichtbar, wie sich Erlebtes im Körper einschreibt – als Haltung, als Bewegung, als Ausdruck von Emotion. Der Raum der Synagoge ist hier als Ort der Erinnerung und des Innehaltens einbezogen. In ihrem Kontext lädt die Performance ein, über die Verbindung von Körper, Geschichte und Gegenwart nachzudenken – über alles, was im Körper weiterlebt.
Der Eintritt ist jeweils frei. Bitte melden Sie sich bis zum 1. Mai unter
kl@luz-communication.de an.
links: Synagoge Stommeln, Foto: Thorsten Hallscheidt | unten: Synagoge Stommeln, Innenraum, Foto: Werner J. Hannappel | rechts: Eingang zur Synagoge Stommeln, Foto Archiv: Mischa Kuball, 2026
DAS PROJEKT SYNAGOGE STOMMELN
Die Synagoge Stommeln aus dem Jahr 1882 gehört zu den wenigen über die Zeit des Nationalsozialismus erhaltenen jüdischen Sakralräume in Deutschland. Seit 1991 haben sich auf Initiative der Stadt Pulheim hin zahlreiche Künstlerinnen und Künstler mit der Synagoge befasst und durch ihre Ausstellungen und Inszenierungen zu einer lebendigen Kultur der Erinnerung beigetragen. Dazu zählten unter anderem Jannis Kounellis, Richard Serra, Mischa Kuball, Carl Andre, Rebecca Horn, Lawrence Weiner, Rosemarie Trockel, Max Neuhaus, Daniel Buren, Gregor Schneider und Franz Erhard Walther.
→ Alle Infos zur Synagoge Stommeln hier
Synagoge Stommeln
Hauptstraße 85 a
50259 Pulheim-Stommeln
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Politik beschließt neue Aufstellung des Leuchtturmprojekts
Sol LeWitt, Lawrence Weiner, Daniel Buren, Mauricio Cattelan, Rosemarie Trockel und Gregor Schneider: Sie und andere haben einzigartige Ausstellungsprojekte für das besondere Haus entwickelt. Nun steht der städtische Beschluss: Das renommierte Kunstprojekt Synagoge Stommeln der Stadt Pulheim wird fortgesetzt und die Organisation auf eine breitere Basis gestellt. Dies hat der Rat der Stadt Anfang Februar einstimmig beschlossen. Die neue Programmatik steht auf drei Beinen und soll zugleich das Haus öffnen für ein jüngeres Publikum, das die Grauen des Holocaust und der Shoa durch den Nationalsozialismus nur ‚medial vermittelt' erfahren hat. Es beinhaltet ein jährliches künstlerisches Projekt in der Synagoge, ein Diskurs- u Vortragsprogramm sowie verschiedene Performance und Interventionen über das Jahr.
Besondere Unterstützung erfährt das Projekt in Zukunft durch die „Initiative für zeitgenössische Kunst und Musik in Pulheim“ (IZKUMP) sowie durch einen Kunstbeirat. Die Mitglieder des Kunstbeirats verfügen über entsprechende Netzwerke und Kontakte in die kulturelle Szene und Förderinstitutionen, die für das Synagogenprojekt gewinnbringend eingesetzt werden sollen. Die Intendanz und die künstlerische Leitung des Projektes liegen weiterhin bei der Verwaltung.
Der neue Kunstbeirat
Der Konzeptkünstler und Professor für public art Mischa Kuball hat seine Mitarbeit bereits ebenso zugesagt wie auch Ursula Frohne, Professorin für Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt „Moderne“ an der Universität Münster, Christina Wimmer, Vorstandsmitglied der Stiftung „Der bewohnte Garten“, Karin Lingl, Geschäftsführerin der Stiftung Kunstfonds, sowie Luzia Kilias, Vorsitzende der IZKUMP.
„Ziel ist es, nicht nur die hohe Qualität der Kunstprojekte auch zukünftig zu sichern. Das Programm soll sogar erweitert werden. Um die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit dauerhaft zu steigern, soll die jährliche große Ausstellung in der Synagoge um eine künstlerische Intervention sowie ein Diskurs- und Vortragsprogramm ergänzt werden.“
Frank Keppeler, Bürgermeister der Stadt Pulheim
„Weiterdenken - und NeuDenken: Im Sinne der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen soll das Projekt Synagoge Stommeln weiter gedacht und entwickelt werden. Ziel wird sein, den Ort auch weiterhin den internationalen Künstlerinnen und Künstlern einmal im Jahr als einen ‚Denkraum‘ auf Zeit zu überlassen. Aber auch die Bindung des Projektes in der Stadtgesellschaft von Pulheim soll vertieft werden. Allein deshalb liegt die Zukunft des Projektes in der engen Zusammenarbeit der Stadt Pulheim und des Beirats.“
Mischa Kuball, Künstler und Professor KHM Köln,
Vorsitzender und Sprecher des Beirats
Das Kunstprojekt Synagoge Stommeln
Die Synagoge im Pulheimer Ortsteil Stommeln ist eine der wenigen Synagogen in Deutschland, die während der Pogrome von 1938 nicht zerstört wurden und auch der nach dem Krieg einsetzenden Abrisswelle nicht zum Opfer fielen.
Um ihrer Bedeutung gerecht zu werden und einen dauerhaften Prozess der Auseinandersetzung anzuregen, wurde 1990 unter Leitung des damaligen Kulturdezernenten Dr. Gerhard Dornseifer das Kunstprojekt Synagoge Stommeln initiiert.
Die Kulturabteilung der Stadt lädt seit 1991 einmal im Jahr einen Künstler oder eine Künstlerin ein, eine Arbeit zu realisieren, die eine enge Wechselbeziehung mit dem Raum eingeht, seine Architektur definiert und in seinem geschichtlichen Spannungsfeld definiert wird.
Eine Gruppe des Vereins IZKUMP e.V. besuchte die Ausstellung in Brühl und ließ sich durch eine Führung in das Werk des Künstlers mit Schwerpunkt seines fühen Schaffens einführen. Auch die Nähe zu Max Ernst wurde beleuchtet.
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